Erst zockten wir alleine in unserem heimischen vier Wänden, dann spielten wir mit schlechter Leitung mit paar Fremden, dann spielten wir mit ein paar coolen Dudes in einem Team. Auch wenn der deutsche eSport den anderen Ländern noch stark hinterherhinkt, ändert sich dies aber auch hierzu Lande. Es geht um Ruhm, Ehre, Prestige und bestenfalls auch um Geld. Und wo diese Kriterien eine Rolle spielen, da wird auch der Ellbogen ausgepackt.

Einige verdienen mit dem eSport ihr Geld, andere sammeln Trophäen und kämpfen um die maximale Anerkennung in der Community. Denn jeder User, Fan oder auch Supporter kann das entscheidende Zünglein an der Waage sein, wenn es um Sponsoren, Kooperationen oder ähnlichem geht. Dieser Umstand ist für Teams, die auf internationaler Ebene agieren, gängige Praxis. Doch zunehmend merkt man das die Ellbogengesellschaft sich auch in der breiten Maße des eSport etabliert. Ganz egal ob es um ein Genre, ein bestimmtes Game oder um Teams auf regionaler Ebene geht.

Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.

Aber wovon reden wir hier genau und worauf wollen wir hinaus? Wie weiter oben von uns angedeutet, wird heutzutage jede Situation genutzt um Vorteile gegenüber anderen zu haben oder um Kontrahenten zu schwächen. Sei es ein fehlendes Impressum, eine nicht vorhandene Datenschutzbestimmung oder ein Fehlverhalten auf bestimmten Plattformen. Sobald jemand einen falschen Schritt wagt, wird dieser genutzt um jemanden zu Fall zu bringen. Aber schauen wir weiter in die PC-, oder auch in FIFA-Szene. Es werden Spieler oder gar ganze Teams abgeworben und mit „lukrativen“ Angeboten zum neuen Team geführt. Oftmals geht es hierbei nicht um Geld, sondern um einfache kleinere Verbesserungen.

Gerade in der FIFA Szene hat dieses Wettrüsten einen katastrophalen Zustand angenommen. Vermehrt vernimmt man von Team-Verantwortlichen oder auch auf Social Media Plattformen, dass der und der Spieler abgeworben wurde. Die Leidtragenden sind oftmals dann aber die Spieler selbst und daran denken die Verantwortlichen nicht. Aber auch in den ganz normalen Team-Spielen wie Call of Duty oder Rainbow Six Siege ist dies zu beobachten. Einzelne Spieler eines Teams werden gezielt gefragt ob sie nicht Interesse haben ihr Team zu wechseln. Oftmals wird das natürlich hinter dem Rücken der Verantwortlichen gemacht.

An diesem Punkt stellt sich berechtigter Weise die Frage, ob das ganze legitim ist oder ob hier schon eine moralische Grenze überschritten wird. Wir haben in unserer Redaktion darüber gesprochen und konnten uns selbst nicht einig werden. Zum einen redet man von Moral, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, zum anderen redet man auch von Professionalität und gerade diese verlangt solche Aktionen auch ab. Vergleichen wir doch einfach mal das Ganze mit großen Sportbereichen wie dem Fußball. Dort ist es typisch das Manager oder Spielervermittler Gespräche führen und die Vereine im Dunklen tappen bzw. von Wechselgerüchten erst aus der Presse erfahren. Wenn der eSport groß werden will, dann muss man sich auch auf diese Geschäftspraktiken einstellen.

Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen.

Ebenso könnte man ja auch den betroffenen Teams und Spielern die Schuld zuschieben. Entweder hat man Spieler die dem Verein treu und loyal gegenüber sind, oder man hat Spieler die nach Ruhm, Erfolg oder sonstigen Vorteilen geiern, koste es was es wolle. Warum muss man dann gleich die jeweiligen Teams als Übeltäter identifizieren?

Kommen wir zurück zu der organisatorischen und administrativen Ebene. Auch hier hat man zuletzt mitbekommen, dass Teams und andere Plattformen Probleme erhielten. Bei dem einem Team wurde ein Beitrag gemeldet und gesperrt obwohl nichts Negatives in eben jenem Beitrag war. Ebenso wurden Internetseiten ins Kreuzfeuer genommen, da auf ihnen Angaben fehlten oder fehlerhaft waren, sei es nun ein Impressum oder eine richtige Datenschutzrichtlinie. Das so etwas passiert kann man eigentlich nur als Angriff werten um möglichst vielen Leuten in diesem lukrativen Geschäft ein Bein stellen zu wollen.

Unser Fazit lautet wie folgt: Aus einer ganz normalen Gamer-Szene wird professioneller eSport der sich in manchen Bereichen mit traditionellen Sportarten messen kann. Diese Veränderung hat auch lange nicht ihr Ende gefunden. Wer aber will das der eSport noch weiter vorankommt, muss sich zwangsläufig mit solchen Nebenerscheinungen zufriedengeben bzw. diese dulden.  Es mag sich hart und banal anhören, aber bei „Geld hört die Freundschaft auf“. Ob es schön ist, legitim oder fair sei dahingestellt. Denn wie jeder einzelne damit umgeht bleibt zum Glück jedermann selbst überlassen. Man kann nur hoffen, dass Teams und Manager sich in Zukunft fairer einigen und das ganze transparenter gestaltet wird.

Wie steht ihr zu dem ganzen Thema? Habt ihr andere Ansichten, habt ihr gute oder schlechte Erfahrungen oder würdet ihr unsere Meinung teilen? Lasst es uns wissen und schreibt uns eure Meinung hier oder auf Facebook in die Kommentare.

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