TMA-eJournal: Hallo Stefan, vielen Dank für deine Zeit! Euer Unternehmen und die damit verbundenen Angebote ist ein noch frisches Projekt, dass jetzt durchstarten wird. Wie kam es zu dieser Idee und welchen Bezug hast du zum eSport, dass du dich in dieser Hinsicht beruflich einbringst?

Stefan Opitz: Hallo Marc! Für euch nehme ich mir gerne die Zeit. Die Idee von eversity, Menschen im Bereich eSport Aus- bzw. Weiterzubilden  entstand in Ihren Grundzügen schon 2003, als ich mit meiner eSport Zeit begann. Damals noch mit einer 1k DSL Leitung und Fastpath ausgestattet, war mein Steckenpferd für viele Jahre Counterstrike, mal als Spieler oder Teamkaptain, eine Zeitlang als ESL Admin und als Clan – Leader. Über die Jahre kamen viele Spiel-Titel dazu und immer wieder suchte ich mir die Rolle des Mentors und Anführers aus. Für mich war es einfach selbstverständlich mich immer zu verbessern und neue Erkenntnisse anschließend weiter zu geben. Das ging soweit, dass wir regelmässig Nachts um 3 Uhr noch Theorycrafting betrieben. Noch heute erinnere ich mich gerne daran zurück das war eine richtig geile Zeit! Den Höhepunkt hatte ich dann wohl in 2010 zu meiner aktiven WoW Raidzeit, welche sich über knapp 2 Jahre zog und schließlich unter den Top 100 Weltweit endete.  Nicht unbedingt ein Titel mit dem man sich schmücken kann, aber auch dort habe ich viel gelernt 🙂

Von da an Stand erst mal meine Neugeborene Tochter und die berufliche Weiterentwicklung im Vordergrund.   2016, nachdem ich viele berufliche Erfahrungen sammeln durfte, kündigte ich meinen Job als Personalberater/Headhunter und stieß zu Tribunal eSports e.V.. Ab diesem Moment arbeitet ich an eversity, welches unter dem Projekt STRIVE bei Tribunal getestet und ausgearbeitet wurde.

TMA-eJournal: Würdest du uns und unseren Lesern erklären, was eversity genau ist, was eure Ziele sind und ob ihr für 2018 konkrete Planungen habt?

Stefan Opitz: eversity ist ein Bildungsunternehmen für den eSport und eSport nahe Berufe. Unser Ziel ist es Menschen das notwendige Wissen für Ihren Beruf und Aufgaben im eSport zu vermitteln. Gleichzeitig möchten wir einen beruflichen Grund-Standard im deutschen eSport etablieren, damit jeder Arbeitgeber zukünftig mehr Planungssicherheit hat. Wer heute beim FC Bayern als Trainer arbeitet, MUSS einen einheitlich gültigen Trainerschein haben um seine  Kenntnisse nachzuweisen. Ebenso soll es unseren Vorstellungen nach in Zukunft auch im eSport sein. Hierzu gehören dann auch Fortbildungen, beginnend mit Erste-Hilfe Kursen für Teammanager die ihre Teams Offline bertreuen, bis hin zu Schulungen für Führungskräfte und Personalverantwortliche.

Für 2018 planen wir das Gesamtangebot auf 10 Ausbildungen, 30 Webinare und Kurse, sowie um 5 Standorte zu erweitern. Im Laufe des Jahres stehen noch einige Veranstaltungen an und zum Ende des Jahres beginnen die Vorbereitungen für die Internationalisierung von eversity. Das ganze wird von unseren Partnern mit entwickelt und gefördert, sodass euch noch viele Neuigkeiten in 2018 erwarten.

TMA-eJournal:  Ihr bietet Webinare zu eSport – Sponsoren, Werbung, Networking aber auch für Gründung eines eSport Unternehmens an. Sind diese Angebote speziell eher für die große PC-Community zugeschnitten oder können auch Interessierte von Playstation 4 und XBOX dazu anmelden?

Stefan Opitz: Diese beiden Angebot richten sich an Projekt- und Abteilungsleiter im eSport sowie jede Person, welche ein eSport bezogenes Unternehmen / Abteilung gründen möchte, oder der gegündet hat und der Hilfe bei bestimmten Themen benötigt. Es gibt so viel zu beachten, egal ob es um den eSport Markt und seine Eigenheiten als solches geht oder um die eigentliche Gründung. Dort draußen gibt es so viele verdammt gute Ideen, doch den meisten fehlt das Wissen, dieses Ideen umzusetzen. Ich denke es hilft den eSport am meisten, wenn diese Leute das notwendige Know-How erlangen um ihre Ideen und Träume umzusetzen. Angefangen bei der Wahl der Unternehmensform, über einem vollwertigen Businessplan, bis hin zur Sponsorengewinnung oder einer Marketingstrategie für Teams.
Die Plattform selbst ist dabei nicht wichtig. Es geht bei uns ja nicht um die Spiele und Spielwissen oder das Gaming an sich, sondern um das was dahinter steckt.

TMA-eJournal:  Wir würden gerne noch mehr erfahren über euch und eure Angebote. Die Dozenten die, die Webinare leiten werden, woher haben die ihre Sach- und Fachkenntnisse?

Stefan Opitz: Das ist von Dozent zu Dozent unterschiedlich. Je nach Kurs haben wir unterschiedliche Ansprüche an die Dozenten, jedoch sind alle diese  als Freelancer bei uns beschäftigt, sodass auch Gastdozenten von erfolgreichen Unternehmen dabei sind. Die Dozenten der eSport Trainerausbildung Trainer S beispielsweise mussten zuvor selbst die Ausbildung absolvieren und wurden vorab von uns nach Ihren individuellen Kenntnissen und Stärken ausgewählt. Hierfür haben wir ein mehrstufiges Auswahl- Verfahren, dass u.a. einen Charaktertest umfasst. Die Dozenten der Webinare haben entweder weitreichende Erfahrungen oder, bei einigen Themen, eine spezifische Ausbildung. Zum Beispiel eine anerkannte Ausbildung zum Kommunikationstrainer. Da wir in Zukunft planen auch eSport relevante Berufe, wie zum Beispiel Communitymanager oder Sozial Media Manager, mit in unser Angebot aufzunehmen müssen auch diese Dozenten/Lehrkräfte ausgebildet und zertifiziert sein.

TMA-eJournal:  In Deutschland ist ja derzeit noch die Geschichte rund um eSport etwas fragwürdig. In anderen Ländern hingegen kann man schon lange sich zu eSport bilden. Sind eure Angebote staatlich anerkannt und bringt dass längerfristig den Teilnehmern  etwas?

Stefan Opitz: Auch wenn eversity staatlich gefördert wird, sind unsere Kurse noch nicht anerkannt. Wir arbeiten mit Hochdruck daran die ISO 9001 Zertifizierung für Bildungseinrichtungen zu erhalten. Zudem arbeiten wir eng mit der Agentur für Arbeit zusammen um die AZAV Zertifizierung, ebenfalls noch bis Mitte des Jahres, zu erlangen. Spätestens ab Mitte 2018 werden alle Kurse von eversity durch öffentliche Stellen, wie zum Beispiel der Agentur für Arbeit, förder bar sein!

TMA-eJournal:  Die SPD, CDU und CSU sind sich in den Koalitionsverhandlungen einig geworden und wollen laut Koalitionspapier den eSport fördern und voran bringen. Wie stehst du zu dieser Aussage und siehst du für eversity da Vor- oder Nachteile?

Stefan Opitz: Wir befinden uns in einer Umbruchzeit. Die aktuelle Politik wird noch von Menschen älteren Semesters geprägt. Diese Generation ist anders aufgewachsen als die meisten sich überhaupt vorstellen können und genau deswegen haben sie kaum einen Bezug zu den für uns alltäglichen Dingen wie eSport, Twitch, Youtube…. Dennoch setzen sie sich nun (endlich) aktiv mit diesem Thema  auseinander. Das ist allgemein ein gutes Zeichen und fantastisch für den eSport und auch eversity. Jedoch sollte man auch die anderen Punkte des Koalitionsvertrags nicht außer Acht lassen. eSport ist geil, aber eben nicht alles.

TMA-eJournal:  Letzte Frage! Werden wir zukünftig noch andere Webseminare auf eurer Homepage sehen können oder werdet ihr bei dem jetzigen Angebot bleiben?

Stefan Opitz: Wir planen definitiv unser Angebot auszubauen. Nach oben sind uns hier keine Grenzen gesetzt. Zunächst stehen nun die Zertifizierungen ins Haus, danach die Internationalisierung. Währenddessen wird sich unser Angebot stetig erweitern, ebenso wie unsere Standorte. Desweiteren sind wir im Bereich der Virtaull Reallity in der frühen Entwicklungsphase für einen virtuellen Campus – im Grunde eine vollwertige Universität, nur eben virtuell.

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