Gamefest 2018 – Das Gaming-Event der #gamesweekberlin!

Es muss nicht immer gleich Gamescom und Köln sein. Es geht auch anders und auch in der Hauptstadt Berlin. Die Events „Gamefest“ und #gamesweekberlin sind solche Veranstaltungen die im Herzen Berlins die Gamer, eSportler und Cosplayer begeistern. Durch L4K eSports sind wir auf diese Veranstaltungen aufmerksam geworden. Wir haben Michael Liebe, CEO von Booster Space und Head of #gamesweekberlin, zu einem Interview besucht und wollten mehr über diese Events erfahren.

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Michael Liebe

TMA-eJournal:  Hallo Herr Liebe vielen Dank, dass Sie trotz den Vorbereitungen für uns Zeit gefunden haben. Viele unserer Leser sind im Raum DACH verteilt, daher werden bei einigen unserer Leser bei „Gamefest“ oder #gamesweekberlin ein paar Fragezeichen sein. Würden sie uns kurz und knapp erläutern was sich hinter diesen Events verbirgt?


Michael Liebe:
Unter der Dachmarke #gamesweekberlin versammeln sich in diesem Jahr zwölf Events, die sich mit dem Thema Computer- und Videospiele beschäftigen und Spielefans und Fachbesucher*innen gleichermaßen ansprechen. Gamingfans kommen beispielsweise beim Gamefest auf ihre Kosten, wo in einer interaktiven Ausstellung mit internationalen Blockbusterspielen, kreativen Indie-Titeln bis hin zu VR- und Brettspielen gespielt werden können. Erwartet werden außerdem Influencer, Let’s Player und Cosplayer wie Maul Cosplay oder Zayuri. Wer Lust am Spielen hat, kann außerdem zum A MAZE./Berlin Festival, dort können mehr als 80 Indie und alternative Games sowie VR Installationen gespielt werden, dazu es gibt jede Menge coole Musikperformances. Im #gamesweekberlin Seitenquiz Special geht es um Gamingwissen. Schließlich feiert das stadtweite live-action roleplaying game THE WALL 2061 am 28. April Premiere. Die Fachbesucher*innen findet man beim Spielentwicklerkongress QUO VADIS, beim APITs Day, dort geht es im wesentlichen um Serious Games oder beim Unreal Fest Europe von Epic Games. Besonders freuen wir uns, dass Womenize! unser Aktionsprogramm für Frauen in der Tech- und Gamesbranche dieses Jahr auf zwei Tage erweitert wurde und mit vielen spannenden Sprecherinnen aus aller Welt aufwartet. Und wir haben zwei Premieren in diesem Jahr: Erstmals findet die Fachkonferenz der German Esports Summit des ESBD, die zentrale Tagung des organisierten eSports in Deutschland statt, und auch der Medienpreis Games, der journalistische Qualität in der Games-Berichterstattung auszeichnet, wird erstmals und im Rahmen der Opening Gala verliehen. www.gamesweekberlin.com

TMA-eJournal: Solche Events auf die Beine zu stellen benötigt viel Vorbereitung, enorm viele Kontakte aber auch viele fleißige Hände. Wer steckt alles hinter diesen Projekten und wie kam es zu dieser Idee überhaupt?

Michael Liebe: Die #gamesweekberlin, die in dieser Form bereits zum fünften Mal stattfindet, tritt in die Fußstapfen der Deutschen Gamestage, die bereits 2007 vom Medienboard Berlin-Brandenburg initiiert wurde. Heute finden unter dem Dach über zehn Events statt. Wir haben die #gamesweekberlin in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut, neue Partner & Events gewonnen und wir haben die #gamesweekberlin internationalisiert – sowohl die Zahl unserer Besucher aus Europa oder den USA wie auch die internationalen Sprecher*innen haben deutlich zugenommen. Die Marke und zugehörige Kommunikation und Koordination übernimmt mein Unternehmen: Booster Space mit Sitz in Berlin-Kreuzberg. Wir verantworten darüber hinaus den Medienpreis Games, die Veranstaltungen Womenize! und Gamefest (in Absprache mit dem Computerspielemuseum). Darüber hinaus gibt es jede Menge Partner und Dienstleister, die uns und die anderen Events unterstützen: Freaks 4U Gaming, CMG Events, A MAZE., HTW Berlin, games:net berlinbrandenburg, Unreal Engine, Esports Bund Deutschland (ESBD), igda Berlin & Treasure Hunt, Gamestorm, Seitenquiz und die Fraktion der Grünen in Berlin. Die ganze Liste der Freunde und Partner: http://www.gamesweekberlin.com/partner/

TMA-eJournal:  Neben internationalen Blockbuster, Real-Life-Quests und schillernde Cosplayer erwartet die Besucher einiges mehr. Auf was können sich die Besucher dieses Jahr gefasst machen und freuen?

Michael Liebe: Die Kernveranstaltung für Gamerinnen und Gamer ist das Gamefest im Säälchen am Freitag und Samstag, 27.-28. April 2018. Das Gamefest findet in diesem Jahr nicht wie üblich im Computerspielemuseum statt, sondern in der neuen #gamesweekberlin Base. Das Säälchen ist eine Veranstaltungslocation auf dem Holzmarktgelände zwischen Jannowitzbrücke und Ostbahnhof. Hier bietet das Gamefest auf drei Stockwerken Computer-, VR-, und Tabletop-Spiele zum Testen und erfahren an. Eine spezielle Retro-Area mit Exponaten aus dem Computerspielemuseum, der Privatsammlung von René Meyer (Haus der Computerspiele) sowie größere Spielstationen von GameOn sorgen für Abwechslung. Hinzu kommt ein Bühnenprogramm mit Local-Multiplayer Events (vgl. Couch-Gaming), den Partnerevents Seitenquiz in der Alten Kantine (ein Pub-Quiz zum Thema Games) und dem Citygame, The Wall 2061, das wie ein Live Action Role Playing Game (LARP) Berlin zum Spielplatz werden lässt. Cosplayer zahlen für das Event im Säälchen nur den halben Preis. Hier kommen Fans der Szene am Samstag, 28. April 2018 auf ihre Kosten: Zum ersten Mal dabei sind die Cosplay Größen Zayuri (als Star Guardian Lux) und Maul Cosplay (als Geralt von Riva) – die Besucher haben am Samstag, den 28.04. die Gelegenheit mit den beiden Zeit zu verbringen, Fotos zu machen – und vor allem zu zocken. http://www.gamesweekberlin.com/gamefest-2018/

TMA-eJournal: Wie kam es eigentlich zu der Idee, solche Events zu veranstalten und warum sind sie gerade damit in Berlin sesshaft geworden? 

Michael Liebe: Seit der Gründung verfolgen wir mit der Dachmarke #gamesweekberlin (gegründet als International Games Week Berlin) das Motto, Wirtschaft, Technologie und Kultur zu verbinden. Als Veranstalter ist es uns besonders wichtig, dass die verschiedenen Akteure sich in der Woche begegnen können und somit neue Verbindungen entstehen, die es ohne die Dachmarkenarbeit vielleicht nie gegeben hätte. Wir bringen mit der #gamesweekberlin Menschen zusammen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der einzelnen Veranstaltungen haben vielleicht verschiedene Ziele und Hintergründe, aber das Thema Games bietet einen gemeinsamen Nenner, der Netzwerke spinnt. Das Format und der Inhalt der #gamesweekberlin ist dabei so vielfältig wie der Standort Berlin. In der Eröffnungsveranstaltung werden politische, kulturelle und wirtschaftliche Akteure vernetzt. Auf der Quo Vadis treffen internationale Spieleentwickler und -publisher aufeinander. Im A MAZE. / Berlin Festival werden Game Designer als Künstler gefeiert, der Mix aus Musik-Konzerten, Game-Ausstellung und Fachkonferenz ist einzigartig. Beim Gamefest werden Spiele als Kulturgut gefeiert. Beim Matchmaking Dinner wird internationale Vernetzung zu einem Gala-Event. Neue internationale „Ansiedlungen“ wie die Fachveranstaltung Unreal Fest Europe passen ebenso zum Standortprofil wie Womenize!, die Plattform zur Unterstützung von mehr Frauen in der Games und Technologiebranche. Anwendungsorientierte Games werden im APITs Day (APITs = Applied Interactive Technologies) vorgestellt, während – von der Grünenfraktion initiiert – im Abgeordnetenhaus über Loot-Boxen diskutiert wird. Games-Journalisten werden im Medienpreis Games ausgezeichnet. Trends wie Computerspielen als Sport werden im ersten German Esports Summit diskutiert. Die Struktur der #gamesweekberlin und des Games-Standorts Berlin bedingen und befruchten sich gegenseitig. Hierbei ist die Rolle des Medienboards Berlin-Brandenburg als Förderer etlicher Veranstaltungen innerhalb der #gamesweekberlin nicht zu unterschätzen. In diesem Jahr hat das Medienboard neben der QUO VADIS, der Eröffnung, dem Matchmaking Dinner und A MAZE., erstmalig auch Womenize! und den neuen German Esports Summit gefördert.

Foto: Grzegorz Karkoszka (#gamesweekberlin) vom Gamefest 2017

TMA-eJournal:  Sie bieten quasi für jeden der gerne spielt oder sich verkleidet eine Art Plattform und eine Vergnügungsstätte. Wollen Sie zukünftig auch mit ihren Angeboten und Kontakte auch mehr in den derzeitigen boomenden eSport einsteigen?

Michael Liebe: Wir freuen uns sehr, dass dieses Jahr das erstmal ein eSport Event unter dem Dach der #gamesweekberlin stattfindet. Die Fachkonferenz ist der erste Schritt für die Integration des eSports, da hier mit Vertretern des eSport, mit Sportverbänden, Politik, Sponsoren und Medien diskutiert wird, wie sich der organisierte eSport in Deutschland aufstellen kann und muss, um den Wünschen der Fans dieses boomenden Entertainments gerecht zu werden. Wir möchten in den kommenden Jahren auch Angebote für eSport Fans innerhalb der #gamesweekberlin anbieten.


Auf den Geschmack gekommen? Hier geht es zu den Tickets: Gamefest Berlin | Tickets


TMA-eJournal:  Wir vom TMA-eJournal interviewen oftmals aufstrebende Organisationen, erfolgreiche eSportler und auch Turnierplattformen. Eine Frage, die wir derzeit oft stellen ist, wie die Personen derzeit die Entwicklung der Game-Branche und des eSports sehen. Gerne würden wir hierzu ihre Meinung erfahren.

Michael Liebe: Mich fasziniert vor allem die Geschwindigkeit der Entwicklungen in der Games-Branche. Die damit zusammenhängende und von den Games beeinflusste Entwicklung von Anwendungssoftware (Stichwort Gamification oder Serious Games), Sport und gesellschaftlichen Ereignissen (Stichworte eSport, Cosplay Conventions, LAN-Parties, Live-Let’s Plays), Wirtschaftsmodellen (Stichworte digitale Distribution, Free-to-play Geschäftsmodelle, Crowdfunding), Technologie (Stichworte Mobile, VR, AR, Künstliche Intelligenz) oder Mediennutzung (Stichworte Streaming, Games für Mütter, Kinder und Jugendliche) und vieles mehr. Ich bin dabei kritisch reflektierend eingestellt, begrüße aber durchaus die Veränderungen. Unsere Aufgabe insbesondere als Konferenzveranstalter ist es, dabei aber nicht naiv und euphorisch alles gut zu finden und zu feiern, sondern in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu rücken. Da ich und mein Team hier einen sehr breiten Blick auf die Trends der Branche haben, müsste ich einen ganzen Essay schreiben, um die Frage angemessen zu beantworten. Da eSport explizit angefragt wird: ich finde es auf der einen Seite sehr gut, dass die Skills und der nötige Aufwand der Spielerinnen und Spieler im eSports immer mehr anerkannt werden. Auf der anderen Seite müssen wir vorsichtig sein, nicht einem Hype zu verfallen und eine wirtschaftliche Blase zu fördern.

TMA-eJournal:  Kommen wir nun zum Ende unseres Interviews. Das Gamefest und auch die Gamesweek bieten im Vergleich zur Gamescom oder zur bekannten E3 Messe ein recht kleines und exklusives Angebot. Was wollen Sie mit den Projekten noch umsetzen bzw. wo möchten Sie sich noch weiter einbringen?

Michael Liebe: Wir verstehen uns als Förderer der Ziele unserer Partner. Dazu gehören die Ziele der Länder Berlin und Brandenburg, der Event-Veranstalter und der Sponsoren. Wir sind im steten, regen Austausch mit ihnen und Entwickeln mit ihnen gemeinsam die nächsten Schritte und Ziele. Aus Sicht von Booster Space ist es mir ein Anliegen neben der regionalen auch die internationale Branche zu bedienen und ihnen eine attraktive Plattform zu bieten.

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