WhiteTiger Gaming League – Die besondere FIFA-Liga in Österreich

Vergesst das übliche Qualifizieren! Die WhiteTiger Gaming League ist eine FIFA 18 eSports Meisterschaft in Österreich, welche nicht auf einer Online Qualifikation basiert, sondern mit Live-Veranstaltungen abgehalten wird. Wir fanden das Konzept so beeindruckend, dass wir die Verantwortlichen Mario Janisch und Florian Weiss um ein Interview gebeten haben.

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TMA-eJournal:  Hallo Mario und Florian, vielen Dank dass ihr euch die Zeit genommen habt für uns und uns ein paar Fragen zu eurem noch recht jungen Projekt beantwortet. Vorab würden wir gerne für unsere deutschen Leser eine Frage beantwortet haben. Darf ich als deutscher Staatsbürger an eurer Meisterschaft teilnehmen oder ist diese nur den österreichischen Gamer zugänglich?

Mario Janisch:Vorweg ebenfalls einmal Danke für euer Interesse an unserem Projekt. Wie du schon sagst, gerade am Anfang ist es doch ziemlich schwer bekannt zu werden. Wenn wir dann solch eine tolle Resonanz nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland bekommen, ist es für uns als Veranstalter natürlich eine Wahnsinns-Motivation und eine sehr große Anerkennung. Zu deiner Frage: als „Nichtösterreicher“ ist es natürlich auch gestattet mitzuspielen, sofern man einen österreichischen Wohnsitz vorweisen kann.“

TMA-eJournal:  Bei euch gibt es kein klassisches qualifizieren und eure Meisterschaft ist etwas Besonderes. Wie kann man sich euer Konzept genauer vorstellen bzw. könnt ihr uns das genauer erläutern?

Florian Weiss: „Jeder kennt das klassische Qualifizieren über mehrere Online-Qualifier und kurz vor dem Finale vielleicht noch ein Offline-Qualifier. Doch das fanden wir für Hobby-Spieler einfach zu wenig chancenreich. Wir wollten daher etwas Besonderes schaffen und allen Teilnehmern bei jedem Turnier das Gefühl der gleichwertigen Chance geben. Bei uns gibt es zehn Meisterschaftsturniere und dann zwei finale Turniere. Wir bieten demzufolge drei Qualifikationswege für das „golden Final“ an. So gibt es bei jedem dieser zehn Meisterschaftsturniere drei „golden“ und drei „silver Tickets“ zu erreichen. Für alle Teilnehmer die mindestens das Viertelfinale erreichen gibt es zusätzlich für jede erreichte Runde eine gewisse Anzahl an Punkten. So kommen z.B. 30 Spieler durch die „golden Tickets“ und 26 Weitere, welche die meisten Punkte der Rangliste besitzen ins „golden Final“. Die dritte Schiene ist über das „silver Final“. Hier kommen dann noch die letzten Acht in das „golden Final“. Somit dürfen 64 verschiedene Teilnehmer um ein Preisgeld von 2.000 € spielen.“

TMA-eJournal:  Okay, dass Konzept und die Ideen dazu sind ja ziemlich durchdacht und auch ansprechend für die interessierten Gamer. Aber wie finanziert sich das ganze und wie kommt ihr an die Standorte bzw. Location ran? Das muss ja bedeuten, dass ein umfangreiches Netzwerk vorhanden ist, dass euch bei dem Vorhaben unterstützt oder nicht?

Mario Janisch: „So umfangreich wie wir es gerne hätten ist unser Netzwerk leider noch nicht (lacht). Aber vor allem Florian macht da einen richtig tollen Job und knüpft schon sehr viele Kontakte und hat auch mit der Location ein richtig gutes Feeling bewiesen. Finanziert wird das ganze durch die Einnahmen bei den einzelnen Turnieren und aktuell leider noch aus unserer eigenen Tasche. Nach und nach wird es mehr Funktionen auf mesports.at geben, welche in Premium-Versionen den einen oder anderen Euro kosten könnte. Weiterhin wollen wir natürlich auch für Sponsoren und Werbepartner attraktiv werden, aber bis dahin liegt erfahrungsgemäß noch ein langer Weg vor uns.“

TMA-eJournal:  Ihr bietet eine sogenannte Master Series an, aber auch eine Amateur Series. Worin unterscheiden sich diese beiden Series genau?

Florian Weiss: „Bei jedem Turnier wird ordnungsgemäß nach den WM-Modus Regeln gespielt. Das bedeutet, zuerst die Gruppenphase und danach die K.O. Runden. Mit der Einführung einer „Master-“ und einer „Amateur-Series“ haben wir dieses Format gleichermaßen angepasst. So spielen die besten Zwei von jeder Gruppe in den „Master Series“ und die anderen Zwei der Gruppe in den „Amateur Series“. Generell können die Spieler, die in der Gruppenphase kein Glück hatten noch weiterspielen und mit dem weiteren Aufstieg ein „silver Ticket“ erarbeiten. Die drei Sieger der Master Series erhalten jeweils ein „golden Ticket“.“

TMA-eJournal:  Derzeit beschränkt sich euer Angebot ausschließlich auf FIFA 18. Könnt ihr euch jedoch vorstellen in naher Zukunft das ganze auf andere Spiele zu übertragen und anzubieten?

Mario Janisch: „Ja natürlich, wir können es uns nicht nur vorstellen, es ist auch unser Plan. Wir wollen jetzt einmal noch nicht zu viel verraten, aber wir haben in der nächsten Zeit vor, unser Angebot attraktiver und breiter aufzustellen. Derzeit ist FIFA in Österreich im Sportbereich der eSportler das Non-Plus-Ultra und daher haben wir uns für dieses Spiel als erstes Turnier entschieden und wir hoffen, dass es mit unserem einmaligen System, auch sehr gut angenommen wird.“

TMA-eJournal:  Jetzt haben wir in der ganzen Aufregung vergessen, euch zu eurem Background zu befragen. Wie kamt ihr eigentlich auf diese Idee und wie sehr seid ihr eigentlich dem eSport verbunden?

Florian Weiss: „Auf die Idee eine eigene eSports Meisterschaft zu kreieren, kamen wir, nachdem wir in Österreich die eBundesliga verfolgt haben und dies allgemein ein großes Echo hervorrief. Das zeigte uns auch, dass in Österreich die FIFA-Community nach mehr Events in dieser Art rief. In Deutschland oder der Schweiz sind Turniere oder Meisterschaften mit diesem Charakter schon Gang und Gebe, doch hier bei uns in Österreich sind sie noch eher mager angesiedelt. Vor allem sahen wir die Chancengleichheit stark eingeschränkt. Da kommen wir nun ins Spiel und wollen alle eSports begeisterten Personen mit unserer Meisterschaft überzeugen. Ich selber bin seit kurzem auch Mitglied des Vereins „esport.wien“, welcher auf Public Viewings internationaler Turniere oder eigene Turniere der Spiele „Starcraft 2“, „Dota 2“, „League of Legends“ oder „Hearthstone“ spezialisiert ist. Mario und ich haben früher schon im privaten Bereich FIFA-Turniere im Freundeskreis veranstaltet. Nun wollen wir professionell zuerst mit FIFA durchstarten.“

TMA-eJournal:   Zum Abschluss, würde uns interessieren ob ihr weitere Angebote oder Projekte geplant habt die für die Community in naher Zukunft interessant sein könnten?

Mario Janisch: „Die nahe Zukunft ist immer relativ. Wir sind nun mit der Anmeldung für die erste WhiteTiger Gaming League online gegangen. Daneben bauen wir gerade unsere „Social-Media Plattform mesports.at“ auf, die nach und nach einige nette Funktionen bieten wird. Diese wird ebenfalls in naher Zukunft online gehen – so viel können wir versprechen. An dieser Stelle möchte ich durchaus noch erwähnen, dass in absehbarer Zeit auch alle eSportler unserer Nachbar-Länder herzlichst eingeladen sind, ein meSportler zu werden.
Man darf nicht vergessen, dass die Liga zwar aktuell auf Österreich beschränkt ist, meSports.at allerdings die ganze Welt nutzen kann. Es wird definitiv eine gute Möglichkeit sein, das eSports Netzwerk größer und stärker zu vernetzen. Wir freuen uns darauf!“

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