TMA-eJournal: Hallo Teoman Arslan und vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für das TMA-eJournal! L4K eSports ist sicherlich vielen ein Begriff. Aber was genau ist L4K eSports? Seid ihr ein klassischer Clan oder seid ihr eher eine Agentur? Würdest du für uns und unsere Leser da Licht ins Dunkle bringen?

Teoman Arslan: Unsere Aufgaben sind Spieler medial und redaktionell in höchster Qualität zu präsentieren und den Einstieg ins eSport Geschäft zu ermöglichen. Wir bereiten unsere Talente auch für die Medien vor, womit wir uns von der Bezeichnung Clan distanzieren.

TMA-eJournal: Euer größter und erfolgreichster Bereich ist mit Abstand der FIFA Bereich! Was konntet ihr dort bisher erreichen, was ist euer Erfolgsrezept und welches Potenzial siehst du in diesem Bereich?

Teoman Arslan: Mit TheStrxngeR begann alles. Wir dachten nach seinem erfolgreichen Start, dass es Glück war, aber nach Selim_192 und vielen anderen Talenten mit denen wir auch in Kontakt stehen, haben wir schnell erkannt, dass wir ein Händchen für Talente haben. Wir konzentrieren uns intensiv auf 1-3 Vertragsspieler und fokussieren alles auf diese Talente. Diese kümmern sich dann nur um ihre Leistungen, die sie erbringen müssen, um erfolgreich zu sein. Ich sage immer wieder ein eSportler muss auch für seinen Erfolg etwas leisten.

TMA-eJournal:  Wenn man eure Social-Media-Plattformen verfolgt ist Marcel „DonChap28“ Deutscher derzeit das Aushängeschild eures Projektes. Wie kam es zu diesem guten Fang und was zeichnet Marcel aus?

Teoman Arslan: Er bringt alles mit, was man als eSportler benötigt und ist ebenso kontaktfreudig.
Woche zu Woche brilliert er mit seiner Konstanz und seiner Leistungssteigerung.

Wer unsere Arbeit genau beobachtet merkt, dass wir sehr viel Arbeit in die Präsentation stecken. Wir betreiben Marketing & versuchen alles professionell in Szene zu setzen. Nebenbei halten wir Ausschau nach Talenten & beobachten die Weekend League Ladder. Angehende eSportler müssen wir nicht suchen. Die melden sich von selbst, da sie schnell erkennen, dass sie bei uns redaktionell & medial sehr gut in Szene gesetzt werden. Einige Spieler die wir angesprochen haben, welche uns aber absagten, haben immer noch keine Entwicklung gemacht. Schade, dass in der Szene viele Spieler nicht richtig gefördert werden.

TMA-eJournal:  Das was ihr bisher erreicht habt und das was noch kommt, haben viele bei Weitem nicht erreicht. Was ist dein ganz persönliches Erfolgsrezept um eine so gute Organisation auf die Beine zu stellen?

Teoman Arslan: Ohne die Arbeit anderer schlecht reden zu wollen: Wir machen einfach alles anders und suchen unsere Partner aus. Wir gehen nie eine Partnerschaft mit Marken ein, die auch eine Partnerschaft mit Hobby Agenturen oder Clans haben. Wir werden in Zukunft noch Partner präsentieren, bei denen wir wieder einer der Wenigen sind. Dann können wir stolz darauf sein, dass wir uns wieder von der Masse abheben. Natürlich werden die Marken nicht einfach auf einem Küchentisch mit Flusen oder Blümchen abgelichtet. Wenn ich ein Sponsor wäre möchte ich ja auch, dass meine Produkte so professionell wie möglich präsentiert werden.

TMA-eJournal:  Die Geschehnisse und Projekte bei L4K eSports werden nicht nur von dir geführt. Dein Bruder Hakan ist auch ein wichtiger Bestandteil des Teams. Wie sind die Aufgabengebiete in eurem „Familienbetrieb“ aufgeteilt und wie seid ihr beide überhaupt auf die Idee gekommen?   

Teoman Arslan: Wir sitzen jeden Tag zusammen und lachen uns über die alte Zeit kaputt. Man hat uns sogar als „die Kanackenbrüder“ beschimpft und neulich sogar unsere Leistungen in Frage gestellt. Wir amüsieren uns täglich über manche Äußerungen. Wir werden auch hoffentlich bald eine Single rausbringen mit dem Namen Nacken Klatsche (lach). Aber nun zum eigentlichen Thema: Mein Bruder und ich haben immer gezockt und haben schnell gemerkt, dass marketingtechnisch sehr viel möglich ist und in Deutschland der Boom kommt. Mein Bruder ist der kreativere Kopf von uns beiden, womit er den Titel als Co-Founder & Creative Director hat. Es sind seine Ideen auf Instagram, womit wir die Marken und eSportler präsentieren.

Aber bevor ich erzähle wie alles begann möchte ich meinen besten Mann in der Organisation loben, der als Chief Operating Officer fungiert. Sein Name ist Tobias Drees. Viele Entscheidungen treffen wir also nicht zu zweit, sondern zu dritt. Er ist auch derjenige, neben Hakan, mit dem ich vor jedem Kontakt mit den Marken alles bespreche. Tobias ist mittlerweile seit einem Jahr bei uns. Angefangen hat er als erfolgreicher Spiele Manager bei L4K eSports und hat sich dann schnell in den Führungskreis hochgearbeitet und steht uns als wichtiger Mann zur Seite. Er pflegt die engen Kontakte zu unseren Teams, kümmert sich um deren Anliegen, beobachtet Talente, schaut nach potentiellen Partnern, regelt die Korrespondenz und kümmert sich ebenfalls um Vertragsabschlüsse.

Angefangen haben wir mit Destiny. Dort hatten wir Probleme ein Team zu finden, um Instanzen schaffen zu können. Daraufhin haben wir gesagt, wenn wir niemanden finden, machen wir eben etwas Eigenes. Da wir aber noch immer zu wenige Leute waren um dauerhaft 6 Leute zu haben, sind wir sogenannte Allianzen eingegangen. Das heißt, wir sind Kooperationen mit anderen Clans eingegangen.

Wir wollten danach einfach eine Plattform gründen, um Clans miteinander zu verbinden. Und so haben wir uns Stück für Stück erweitert. Wir haben eigene Teams aufgebaut und haben Teams/Clans von außerhalb aufgenommen. Dann kam uns die Idee etwas mehr für die Professionalität zu tun. Wir wollten uns außerdem für die eSport Szene auf den Konsolen einsetzen.

Letztendlich hatten mein Bruder und ich die Idee zu L4K eSports. Mittlerweile haben wir verschiedene Teammanager inkl. Teams, einen eigenen Redakteur, sowie einen eigenen Grafiker.

TMA-eJournal:  Wir befinden uns im Jahre 2018 und seit gut 2 Jahren merkt man spürbar, dass sich im eSport etwas ändert. Wo siehst du den eSport in drei Jahren und viel wichtiger, wo siehst du L4K eSports in drei Jahren?

Teoman Arslan: Ich glaube, dass es noch gut 3-4 Jahre dauern wird bis wir in Deutschland Werbung unser Dasein als eSports Agentur ausleben können. Zurzeit sind die Budgetplanungen einfach ohne den Bereich eSports. Keiner der Marken möchte einfach mit einem 20 bis 25-jährigen Agentur Founder einen Deal eingehen, weil viele Geschäftsführer im Durchschnitt ebenfalls im Alter von 40 bis 50 Jahren sind. Es wird seine Zeit brauchen bis die Ernsthaftigkeit der Szene an Gewicht gewinnt.

L4K eSports sehe ich zurzeit eher in der Talentförderung in Zusammenarbeit mit größeren Organisationen oder Agenturen. Vielleicht wird es irgendwann ja mal mehr. Aber was uns auszeichnet ist, dass wir realistisch bleiben.

TMA-eJournal:  Mit Lioncast, King-Controller und Paranoia Energy habt ihr starke und auch namenhafte Partner an eure Seite. Wie wichtig ist im eSport und für euch eine Partnerschaft auf Augenhöhe? Werden sogenannte Stakeholder und Influencer immer wichtiger oder sind diese
nur in der jetzigen Phase wichtig?

Teoman Arslan: Starke Partner an der Seite zu haben ist meiner Meinung nach immer wichtig. Egal in welchem Stadium man aktuell steht. Es ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Unsere Partner stehen für starke Produkte. Mit Sitness RS und Elgato Gaming haben wir diese Woche nochmal zwei namenhafte Marken gewinnen können. Somit sind wir nun optimal aufgestellt.

TMA-eJournal:  Kommen wir zum Ende, Teoman. In unserer letzten Frage würden wir gerne von dir Wissen, was professionellen eSport ausmacht und ob es sogar Organisationen gibt mit denen du gerne zusammenarbeitest?

Teoman Arslan: Wir haben eine sehr enge Zusammenarbeit zurzeit mit der Agentur eSports Reputation und an einer Zusammenarbeit mit TMA-eSport bin ich nicht abgeneigt, weil TMA-eSport enorme Potenziale für ein redaktionelles und mediales Marketing hat.

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