[NACHGEHAKT] Der ESBD wurde gegründet, wie geht es weiter?

Vor gut einem Monat wurde der eSport-Bund Deutschland geründet. Ein großer Durchbruch für den eSport! Doch profitieren wirklich alle dadurch oder nur ein bestimmter Kreis? Wir haben recherchiert und versucht uns eine Meinung darüber zu machen.

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Am 26. November verkündete der  “ESBD – eSport-Bund Deutschland“ die Gründung ihres Vereins. Die Location der Gründerversammlung hätte nicht besser gewählt sein können, denn in der ehemaligen Villa des DFB wurden schon einige Grundsteine gelegt. Die Akteure und Organisationen die sich dran beteiligten lesen sich wie eine exklusive Gästeliste einer Party. Personen mit dem Knowhow, mit der Erfahrung, mit Einfluss und mit jeder Menge Kontakten bekleiden von nun an den ESBD. Der Verbandspräsident Hans Jagnow und der Verband haben sich zum Ziel gesetzt den eSport als Sport anzuerkennen. Jedoch stellt sich die Frage on wirklich alle davon profitieren oder nur die oberen 1.000 im eSport.

Über 20 Organisationen, sowie die ESL und der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. bilden die Mitgliederbasis des Fachsportverbandes, der bundesweit den Breiten- und Spitzensport repräsentieren wird. In den vergangen Jahren gab es immer wieder diverse Versuche so einen Verband zu gründen, dies scheitere oft an der Professionalität der Akuteren oder mangelnden Kontakten, die das Vorhaben mitvorantreiben. Das dieser neugegründete Verband einiges verändern wird, steht keinesfalls zur Debatte.  Allein mit Hans Jagnow, steht jemand an der Spitze der für solch ein Amt perfekt geschaffen ist.  Sein Tätigkeitsfeld umfasst unteranderem, dass er seit 2016 die Öffentlichkeitsarbeit des 1. Berliner eSport-Club e.V. organisiert. Darüber hinaus arbeitet er zum Thema Digitalisierung und Netzpolitik im Abgeordnetenhaus von Berlin als persönlicher Referent. Aber auch die weiteren Personen die den Vorstand bilden können sich sehen lassen.  Dazu gehören unteranderem Jan Pommer, der als Direktor Team and Federation Relations bei der ESL arbeitet und als Stakeholder im politischen Raum zuständig ist. Mit Dr. Fabian Laugwitz und Anna Bauman bekleiden sogar zwei erfahrene Rechtsanwälte die weiteren Vorstandsposten.  Die Voraussetzungen scheinen Top zu sein und machen Lust auf weitere Veränderungen im eSport.

Der eSport in Deutschland hängt in vielen Sachen gute 8-10 Jahre hinter her im Vergleich zu anderen Ländern, hätte solch ein Schritt nicht schon eher passieren müssen? Viele reden davon, dass das Jahr 2017 das Jahr des eSports sei. Aber warum entsteht dann so ein wichtiger Verband erst jetzt? Hätte eine Gründung vor drei Jahren, das Ganze nicht schon längst beschleunigt? Dieses Jahr war geprägt von vermehrter Einbindung von eSport-Abteilungen in traditionelle Vereine, hätte das nicht auch schon vor zwei Jahren passieren können?

Schaut man sich die Teams die mitwirken an, könnte der Verdacht aufkommen, dass es eine Spaltung zwischen PC-Teams und Konsolen Teams vorprogrammiert sei. Mit Teams und Amateurvereine wie Unicorns of Love, Magdeburg eSports, 1. Berliner eSport-Club, Playing Ducks e.V. und Alternate-Attax hat man nicht nur professionelle und erfolgreiche Teams dabei, sondern auch Teams die stark auf den PC-Bereich fokusiert sind. Mit den Fraport Skyliners aus der Basketball Bundesliga (BBL) hat man ebenfalls ein hochkarätige Organisationen in den Reihen, die aber auch nicht wirklich mit dem Konsolen-Sport in Verbindung gebracht werden können. Wir haben wor kurzen den ESBD direkt damit konfrontiert und erhielten folgende Antwort:  „Da wir die Frage häufiger bekommen, werden wir hierzu ein FAQ veröffentlichen, in dem wir auch diese Frage aufgreifen!“  Wir sind also gespannt was da noch auf uns zukommen wird  und hoffen dass wirklich alle davon profitieren.

Während vor 10 Jahren noch alles aus schlichten Clans und Teams bestand und es keinen interessiert hatte, war es auch total irrelevant ob diese Spiel-Vereinigungen ein Verein sind oder aus einer Unternehmensform bestehen. Nun im Jahre 2017 wird alles professioneller, interessanter und anerkannter, dies bringt auch Gefahren mit sich.  Der ESBD tritt als Fachverband auf und wird auch bestrebt sein, dies auf seröser Art durchzusetzen. Neben den etlichen Vereinen und Unternehmensformen im eSport, gibt es aber auch tausende Teams auf den Konsolen und auch im PC-Bereich die auf Hobby-Basis an Wettbewerben teilnehmen. Durch das Bestreben den eSport mehr in der Gesellschaft einzubringen, bringt das aber auch Gefahren mitsich, wie z.B. das Finanzämter und ähnliche Einrichtungen die Rechten und Pflichten einzelner Teams unter die Lupe nehmen. Könnte es also passieren dass solche Gamer-Freundschaften darunter leiden oder gar ausradiert werden? Oder wird der ESBD es sich auch zur Aufgabe machen und gerade solche Breitensportler zu größeren und professionelleren zu fördern?

Was definitiv nach kürzester Zeit aufgefallen ist, ist dass der ESBD in den Medien aufmerksam gemacht hat und anscheint auch Politiker und wichtige Funktionäre auf ihre Seite gezogen haben. Was also die Öffentlichkeitsarbeit und Pressearbeit angeht, macht der ESBD eine ausgezeichnete Arbeit. Neben Bild.de, Horizont.net berichtete auch der esport.kicker.de über die Gründung des Fachverbandes. Darüber hinaus begrüßten die Bundestagsabgeordneten Saskia Esken, Konstantin von Notz und Petra Sitte diesen Schritt. Als größte Anerkennung kann man sicherlich den Tweet vom Deutschen Olympischen Sportbund sehen. Dieser sieht diesen Schritt als wichtig und verbindet damit jetzt einen konkreten Ansprechpartner in diesem Thema.

Abgesehen davon wer profitiert, ob es Spaltungen geben wird oder ob es verspätet ist, sind wir der Meinung dass diese Gründung ein wichtiger Schritt ist. Dabei ist es egal ob groß oder klein, ob Profis oder Amateure, dass ganze wird den eSport jedenfalls zu Gute kommen.

Klar ist jedenfalls dass die ständigen Klischee des Zockens dadurch definitiv geändert werden.  Während manch einer sich vor Jahren für sein Hobby geschämt hat, kann man in der heutigen Zeit auch selbstbewusst auftreten und mit Stolz sagen „Ich bin Gamer“!

Wie seht ihr diese Entwicklung? Eure Meinung gerne hier in unserem Blog oder auf Facebook in die Kommentare.

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